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„[…] Was bietet die Natur den Kindern? […] 

Der Reichtum. Anders kann man es nicht sagen. Der Reichtum, den die Natur den Kindern für ihre Entwicklung bietet. Die Natur steckt voller Anreize. Und diese passen zu den Herausforderungen des Großwerdens wie der Schlüssel zum Schloss.“ 

(Renz-Polster / Hüther: Wie Kinder heute wachsen, Beltz 2016)

Die Waldameisen gGmbH 

Die Waldameisen gGmbH ist im Januar 2013 gegründet worden und hervorgegangen aus “Die Waldameisen e.V. – Verein für ökologische Bildung und Naturkindergärten“. Sie wird durch eine Geschäftsleitung geführt. 

Geschäftsstelle: Waldameisen gGmbH 
Kupferredder 2 
22397 Hamburg 
Tel. 040 / 64533455 
Email: briefe@waldameisen.de 
www.waldameisen.de

Unsere Einrichtungen 

Unsere vier Waldkitas befinden sich in den Stadtteilen Berne, Ohlstedt und Wohldorf. Insgesamt bieten wir 122 Kita-Plätze an, davon 30 Krippenplätze. Wir haben zwei feste Häuser und zwei große Waldwagen, die den Kindern als Schutzhütten zur Verfügung stehen. Die Betreuungsangebote sind je Standort unterschiedlich und richten sich nach den räumlichen Gegebenheiten. Die Waldameisen gGmbH ist an das Kita-Gutscheinsystem der Freien und Hansestadt Hamburg angeschlossen. 

Unser Waldhaus in Ohlstedt mit 15 Krippenplätzen und 25 Elementarplätzen
Unsere Waldkita in Wohldorf mit 21 Elementarplätzen
Unsere Waldkita in Berne mit 21 Elementarplätzen
Neueröffnung KiTa Waldameisen in Heuorts Land
Unser Haus in Berne mit 15 Krippen und 25 Elementarplätzen

Grundlagen unserer Arbeit und Bild vom Kind 

Unsere pädagogische Ausrichtung, auch die unserer Krippenpädagogik, ist Wald-, Wildnis- und Naturpädagogik. Darüber hinaus arbeiten wir in unseren Einrichtungen inklusionsorientiert.  

Den kindlichen Bedürfnissen entsprechend hält der naturpädagogische Ansatz einen Erfahrungsraum bereit, der sämtliche kindliche Bedürfnisse zu befriedigen in der Lage ist. So kann das Kind der Natur mit all seinen Fragen begegnen und in ihr Antwortenfinden.  

Unser Bild Vom Kind: 

  • Individualität: Jedes Kind ist einzigartig in allen Facetten seines Wesens. 
  • Selbstwirksamkeit: Jedes Kind ist neugierig, besonders auf die Ergebnisse des eigenen Handelns, und braucht eine Rückkopplung über sein Handeln. 
  • Selbstorganisation: Jedes Kind handelt „systemisch“ und organisiert die eigene Entwicklung mit. Kinder lernen von Kindern!
  • Selbstbildung: Jedes Kind weiß selbst um seine Bildungsziele und -Wege, Grundkompetenzen, wie z.B. Resilienz, Kreativität oder soziale Kompetenz, sind nicht didaktisch vermittelbar

Und was brauchen Kinder dafür? Was sind die Voraussetzungen? 

  • Freiheit: Um Individualität, Selbstwirksamkeit, Selbstorganisation und Selbstbildung zu erleben bedarf es freier Räume, freier Köpfe, freier Zeit und vieler Abenteuer. 
  • Unmittelbarkeit: Direktes Erleben der Natur, der sinnlichen Reize dort, ermöglicht das Erleben von Körperlichkeit und Sinnlichkeit.
  • Resilienz: Kindgerechte Herausforderungen helfen kreative Lösungen in schwierigen Situationen zu entwickeln. Die Natur bietet diese Herausforderungen. 
  • Zugehörigkeit: Die natürliche Verbundenheit mit der Natur und die Möglichkeit, sich auch räumlich seine Spielpartner auszusuchen, schaffen eine wesentliche Voraussetzung für ein Gefühl von Heimat. 
  • Teilhabe: Kinder wollen, können und sollen ihre Umwelt mitgestalten, Verantwortung übernehmen, Regeln selbst mitbestimmen und den anderen Kindern Lehrer oder Schüler sein.  
  • Abenteuer: Grenzen brauchen Freiheit und sind wichtig, sie können für Kinder Gradmesser, Mutprobe, Anker sein. 

Was soll daraus entstehen? 

  • Bildung: Natur ist sinnlich, Bildung ist natürlich und Bildung entsteht aus der eigenen Motivation, seine Umwelt zu begreifen und zu gestalten. 

Unsere Bildungs- und Erziehungsarbeit 

Emil Erich Kobi beschreibt Erziehung zusammengefasst folgendermaßen: 

  • Erziehung ist die pädagogisch verantwortete Begleitung und Unterstützung bei der Entwicklung eines unmündigen Menschen zu einem Höchstmaß an Mündigkeit. 
  • Erziehung ist eine Haltung und keine spezifische Tätigkeit.
  • Erziehung ist ein gemeinsam vollzogener Gestaltungsprozess und nicht ein einseitiges Tun und Erleiden. 
  • Erziehung ist ein gegenseitiges Aushandeln von Gestaltungsmöglichkeiten und keine einseitige Durchsetzung von Machtansprüchen. 
  • Erziehung ist ein themenzentrierter Diskurs und keine gegenstandsbezogene Produktion  
  • Erziehung vollzieht sich im bilateralen Beziehungswandel und erfüllt sich nicht nur in kindseitiger Verhaltensänderung. 
  • Erziehung ist ein stimulativer, kein instruktiver Vorgang.

Den obigen Grundsätzen fühlen sich die Waldameisen im vollen Umfang verpflichtet. Unsere Waldkitas sind Bildungseinrichtungen. Kinder lernen mit allen Sinnen. Das heißt, sie müssen Körperliches und Sinnliches erfahren; fühlen, hören, berühren, ertasten, riechen und schmecken, damit sie sich ein Bild machen können von dem, was sie umgibt. Auch ein Bild von sich selbst in ihrer Umwelt, indem sie, ihren Möglichkeiten nach, diese durch ihr eigenes Handeln beeinflussen. 

Die Wald- , Natur- und Wildnispädagogik bereitet die Grundlage dafür, dass sich die uns anvertrauten Kinder mit ihrer natürlichen Neugier im spannenden Entwicklungsraum „Natur“, selbstwirksam und selbstorganisiert erleben, um sich selbst in ihrer Umwelt als wirksam zu erfahren.  

Dabei setzten wir die Hamburger Bildungsempfehlungen um, in dem wir die dort beschriebenen Bildungsbereiche in der Natur erfahrbar machen. 

Werte und Prinzipien 

„Ich schütze nur, was ich liebe. 
Ich liebe nur, was ich kenne. 
Ich kenne nur, was ich wahrnehme. 
Ich nehme nur wahr, was für mich eine Bedeutung hat.“ 

(Reingard Knauer & Petra Brandt:Ich schütze nur, was ich liebe) 

Durch das (Vor-)Leben des naturpädagogischen Ansatzes schaffen wir für die Kinder einen unmittelbaren Zugang zu natürlichen Zusammenhängen.  

Der tägliche Aufenthalt im Freien ermöglicht den Kindern einen respektvollen und wertschätzenden Umgang mit der Natur, schafft Wissen um (Natur-)Kreisläufe und ermöglicht es, Nachhaltigkeit nicht nur als ein Wort zu begreifen. Wir strukturieren den Tagesablauf mit Ritualen und vermitteln den Kindern auf diese Weise das Gefühl, einer Gruppe zugehörig zu sein, in deren Rahmen es sich frei bewegen und entfalten kann. An jedem Tag lernen die Kinder in der Natur den natürlichen Kreislauf  

der Natur – Jahreszeiten, Wetterphänomene, das erste Blühen von Pflanzen in einem Jahr etc. Dadurch wird die Natur und das Draußensein ein selbstverständlicher Partner für jedes Kind, den zu schützen es gern bereit ist. 

Die Natur ist ein guter Lehrer und Freund. Sie bietet Rückzugsmöglichkeiten, den Raum für Bewegung und lehrt die Kinder verstehen, indem sie sich aktiv begreifen und spüren lässt.  

Leitsätze und Ziele der Waldameisen: 

  • Unser Herz schlägt für die Natur und wir machen sie mit allen Sinnen erlebbar. 
  • Unser Anliegen ist es, die Balance zwischen Bewegung und Entspannung sowie den Einklang von Ritualen und kreativem Forschen und Entdecken zu fördern. 
  • Uns ist es wichtig, mit kleinen und großen Menschen eine Gemeinschaft zu gestalten, in der es Spaß, Freude, neue Projekte, Ideen und besondere Aktionen mit Erlebnissen gibt. 
  • Unsere Verantwortung als Arbeitgeber ist es, für die nachhaltige Sicherung der Arbeitsplätze sowie für die Kontinuität und Qualifizierung der Mitarbeitenden Sorge zu tragen. 

Unsere PädagogInnen:  

Wir PädagogInnen bieten uns als Bildungsvorbild und verlässliche Bezugsperson an und geben den Kindern den notwendigen Halt und Schutz, den sie brauchen, um sich sicher und geborgen zu fühlen. In diesem sicheren Rahmen ist es den Kindern möglich, sich zu entwickeln, Erfahrungen zu sammeln und zu lernen. Bildung und Bindung stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang. 

Was brauchen wir dafür? 

  • Authentizität: Wir Pädagoginnen können nur Ideengeber, Tröster, Modell sein, wenn wir sie authentisch sind, beziehungsfähig und begeistert vom eigenen Handeln. 
  • Professionalität: Gut aus-, weiter- und fortgebildet finden wir die richtigen   Entscheidungen für unser pädagogisches Handeln.  
  • Haltung: Wir wollen unsere Kinder einladen, ermutigen und inspirieren, damit aus ihrer eigenen ganzheitlichen Idee die Welt zu begreifen, Bildung wird.  
  • Partnerschaftlichkeit: Wir wollen gemeinsam die besten Entscheidungen treffen, um täglich den besten Tag des Jahres gemeinsam zu gestalten, auch mit den Eltern wollen wir erziehungspartnerschaftlich dafür sorgen.  

Partizipation und Beschwerdeverfahren 

Bildung ist ohne Partizipation nicht denkbar und Partizipation nicht ohne Übernahme von Verantwortung.  

In unserem normalen „Waldkita-Alltag“ finden sich immer altersgerechte Aufgabenstellungen, die die Kinder kompetent meistern können. Insbesondere in den täglichen Ritualen, wie zum Beispiel dem Morgen- oder Abschlusskreis, werden unsere Kinder demokratisch in Entscheidungen einbezogen. 

Die Voraussetzung für das Praktizieren eines demokratischen Miteinanders in unseren Einrichtungen ist für uns, unsere Kinder als gleichrangige, ernstzunehmende Menschen wahrzunehmen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. 

Wir wollen jedes Kind individuell dabei unterstützen, seine Rechte wahrzunehmen, denn jedes Kind bringt unterschiedliche Voraussetzungen mit.  

In unserem Beschwerdemanagement geht es darum, in unseren Kindertagesstätten eine Beschwerdekultur zu pflegen, die von einem Klima der gegenseitigen Wertschätzung und Vertrauen, durch gegenseitige Zuwendung und Achtung und durch ein positives Miteinander geprägt ist.  

Entwicklungsbeobachtung und Dokumentation 

Idealerweise ist die Beobachtung objektiv und wertfrei. Natürlich ist es für uns, wie für jeden anderen Menschen, in der Praxis unmöglich, völlig ohne subjektive Wertung zu beobachten. Allerdings ist unser Anspruch, höchstmögliche Objektivität zu erreichen und so wenig individuelle Interpretation wie möglich einfließen zu lassen. 

Die Entwicklungsdokumentation geht über die bloße Beobachtung hinaus. Sie setzt sich zusammen aus den Beobachtungen sowie z.B. Bild- und Tonaufnahmen, Fotos, Ergebnissen aus Angeboten (Gemaltes, Geschnitztes, Gebasteltes usw.). 

Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit der Familie 

Damit sich die uns anvertrauten Kinder gut entwickeln können, bedarf es einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Waldkita und Familie. Alle Mitwirkenden der beteiligten Systeme, also Mitwirkende in Familie und Kita, sind wirksam. Somit sind es nicht nur ausschließlich die Eltern und Fachkräfte, die gemeinsam zum Wohl des Kindes wirken. Erziehungspartnerschaft und Kooperation brauchen Zeit und sind am förderlichsten für das Kind, wenn sie konstruktiv und entspannt gelingen. Hierbei kann es keine Hierarchie geben oder ein Ringen darum, wer mehr oder weniger zu sagen hat oder besser Bescheid weiß. 

Partnerschaftlichkeit kann nur auf Augenhöhe stattfinden und bedarf einer lebendigen Kommunikation, Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung.

Unser Rahmenkonzept